Weltweiter Mangel an Speicherchips treibt Smartphone-Preise in die Höhe
Im Zuge der boomenden Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz und dem Ausbau von Rechenzentren ist der globale Speicherchip-Markt in eine schwere Angebotskrise geraten – und die Auswirkungen wirken sich bis hin zu Verbraucher-Smartphones aus. Jüngsten Berichten zufolge kam es bei Speicherchips wie DRAM und NAND, die in Telefonen und Laptops verwendet werden, zu dramatischen Preissteigerungen, was viele Telefonhersteller dazu veranlasste, ihre Produktionskosten und Einzelhandelspreise zu überdenken.
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Warum Chips knapp sind: KI-Nachfrage frisst Kapazitäten
Die Hauptursache für die Knappheit liegt in einem Strukturwandel in der Chipherstellung: Während Unternehmen sich beeilen, KI-Rechenzentren und Hochleistungsserver zu bauen, verlagern Chiphersteller ihre Produktionskapazität weg von Verbraucherspeicher und hin zu serverorientierten Speichermodulen mit hoher Bandbreite. Kurz gesagt: Smartphone-Speicherchips verlieren angesichts des profitableren KI-Marktsegments an Priorität.
Diese Verschiebung hat bereits zu einem starken Anstieg der wichtigsten Vertragspreise für Speicherchips geführt: Einige Chiphersteller haben beispielsweise die Preise für Speicherchips im Vergleich zu vor einigen Monaten um bis zu 60 % erhöht, was einen erheblichen Kostendruck auf die Gerätehersteller ausübt.
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Wie stark sind die Kosten gestiegen – und wie wirkt sich das auf Telefone aus?
Daten von Branchenbeobachtern zeigen, dass die Preise für Mainstream-DRAM-Module, die in Telefonen verwendet werden, seit Mitte 2025 stark gestiegen sind. In vielen Fällen haben sich die Kosten für Speicherkomponenten im Vergleich zu früher im Jahr praktisch verdoppelt oder sogar noch überschritten.
Da Speicherchips einen erheblichen Teil der Stückliste (BOM) eines Smartphones ausmachen, führt dieser Anstieg direkt zu höheren Produktionskosten für Telefonanbieter. Einer Schätzung zufolge könnte allein der Anstieg der Speicherchippreise die Herstellungskosten von Smartphones um etwa 8–10 % erhöhen.
Aus diesem Grund haben einige Hersteller ihre Preise bereits angepasst: Mittelklasse- und Flaggschiff-Modelle verzeichnen spürbare Preiserhöhungen, und selbst Budget-Telefone sind betroffen – einige mit reduzierter Speicher- oder Speicherkonfiguration, um die Kosten überschaubar zu halten.
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Branchenwarnungen: 2026 könnte weitere Preiserhöhungen bringen
Branchenbeobachter schlagen Alarm: Da der Speichermangel voraussichtlich noch Jahre anhalten wird, gehen viele davon aus, dass Smartphones im Jahr 2026 teurer sein werden als heute.
Ein großer Telefonhersteller hat bereits öffentlich gewarnt, dass der Kostendruck aufgrund von Speicherknappheit zu Preiserhöhungen in seinen gesamten Produktlinien führen wird.
Das Phänomen ist nicht auf Smartphones beschränkt – auch PCs, Laptops und andere elektronische Geräte, die stark auf DRAM- und NAND-Speicher angewiesen sind, stehen vor ähnlichen Herausforderungen.
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Was das für Verbraucher und den Smartphone-Markt bedeutet
Für Verbraucher ist die unmittelbare Auswirkung ein höherer Preis für neue Smartphones – insbesondere Mittelklasse- und Budgetmodelle, die am empfindlichsten auf Schwankungen der Speicherkosten reagieren. Kunden sehen möglicherweise weniger Speicheroptionen zum gleichen Grundpreis oder eine Reduzierung des Basisspeichers/Speichers.
Aus Marktsicht könnte die Knappheit auch die gesamten Smartphone-Lieferungen verlangsamen. Einige Analysten gehen davon aus, dass bei steigenden Preisen die Nachfrage – insbesondere bei kostenbewussten Käufern – nachlassen könnte, was die Wettbewerbslandschaft verändern könnte. Jüngste Prognosen deuten tatsächlich auf einen möglichen Rückgang der weltweiten Telefonlieferungen im Jahr 2026 hin, da der Druck auf die Speicherpreise zunimmt.
Gleichzeitig könnten einige Käufer beginnen, Upgrades hinauszuzögern, während gebrauchte und generalüberholte Geräte möglicherweise attraktiver werden – zumindest bis sich das Angebot stabilisiert oder die Komponentenpreise sinken.